Wintergrün

Wintergrün (lateinisch: Pyrola) ist eine Gattung krautiger Pflanzen aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die Gattung umfasst 40 Arten. Zu den gebräuchlichen Namen gehören Wintergrün, Dolden-Wintergrün, Schwarzblättriges Wintergrün, Lebendes Gras, Maigras, Wildes Weihrauchkraut, Weidenröschen oder Birnbaum.
Die Gattung ist zirkumpolar und boreal verbreitet. Vertreter der Gattung kommen in den gemäßigten und arktischen Zonen der Nordhalbkugel vor. Nur vier Arten wachsen in Russland. Typische Standorte sind Nadel- und Laubwälder.
Kulturelle Merkmale: Wintergrün ist eine mehrjährige Pflanze mit einem langen, verzweigten Rhizom, aus dessen Knoten oberirdische Stängel und Adventivwurzeln entspringen. Der Stängel ist fein gerippt und erreicht eine Höhe von 30–40 cm. Die Blätter sind ledrig, steif, glänzend, rundlich, oval oder eiförmig, gesägt oder ganzrandig, gestielt und rosettenförmig angeordnet. Die Blüten hängen oder sind in lockeren, aufrechten Trauben angeordnet. Die weiße, duftende Blütenkrone ist fünfblättrig und kugelförmig oder becherförmig. Die Blütenblätter sind verdickt, konkav, stumpf und abgerundet-eiförmig. Die Blütenstiele sind lang und entspringen den Achseln der Hochblätter. Die Frucht des Wintergrüns ist eine hängende Kapsel.
Die Pflanze blüht im Juni/Juli, die Früchte reifen im August/September, abhängig vom Klima. Fast alle Wintergrünarten leben in Symbiose mit Pilzen, insbesondere in den frühen Entwicklungsstadien, da die Samen während der Keimung Mykorrhiza-Nährstoffe erhalten.
Wachstumsbedingungen: Wintergrün bevorzugt schattige Standorte mit feuchtem, lockerem, sandigem und leicht saurem Boden. Das Vorhandensein von Pilzhyphen im Boden ist essenziell, da Pflanze und Pilz eine symbiotische Beziehung eingehen. Diese Erde kann aus dem natürlichen Lebensraum des Wintergrüns an den Standort gebracht werden. Laub oder Torf eignen sich zur Bodenansäuerung. Eine Schicht dieser natürlichen Materialien wird als Mulch um die Stängel aufgetragen.
Vermehrung
Wintergrün wird durch Samen und Teilung vermehrt. Letztere Methode ist nicht immer geeignet oder praktikabel, da die Pflanze Wurzelteilung nicht verträgt. Unter günstigen Wachstumsbedingungen wurzeln die Teilstücke jedoch schnell.
Pflege: Zur Standardpflege gehören Gießen, Auflockern, Jäten und Düngen. Letzteres ist jedoch optional. Mulchen direkt nach dem Gießen hält den Boden länger feucht und unkrautfrei.
Anwendung
Wintergrün eignet sich hervorragend zum Anlegen schattiger Blumenbeete. Unter den Vertretern gilt das rundblättrige Wintergrün als die dekorativste Art; Während der Blüte erfreut es das Auge mit üppigen Blütenständen, die aus geschnitzten weißen Blüten bestehen. Die Pflanze wird häufig in der Volksmedizin verwendet. Abkochungen und Aufgüsse aus den oberirdischen Teilen des Wintergrüns werden zur Behandlung von Kopfschmerzen, Blasenentzündungen, Nierenerkrankungen sowie Rheuma und Wassersucht eingesetzt.
Wintergrün wird als fiebersenkendes und antibakterielles Mittel eingesetzt. Das Spülen des Mundes mit Aufgüssen aus wintergrünen Blättern hilft, Mundgeruch aufgrund anderer Krankheiten (Stomatitis, Parodontitis usw.) zu beseitigen. Bei Atemnot und starker Müdigkeit sind Infusionen sinnvoll. Der Wert des betreffenden Krauts liegt auf der Hand, denn es enthält eine große Menge an Vitaminen, Mineralstoffen und Flavonoiden.
Wintergrünes Rundblatt || Nützliche Eigenschaften und Anwendungen
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