Holunder

Der Holunder (lateinisch: Sambucus) ist eine Beerenpflanze und Zierpflanze; ein Strauch oder Baum aus der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Die Gattung wurde früher der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) zugeordnet.

Weitere Namen sind Holunder, Buzok und Piskalnik. Holunder ist in den südwestlichen und zentralen Regionen des europäischen Russlands und der Ukraine weit verbreitet. In freier Natur wächst er in den Waldgebieten des Kaukasus.

Kulturmerkmale

Der Holunder ist ein großer Strauch oder seltener ein Baum, der bis zu 7 m hoch wird. Der Stamm erreicht einen Durchmesser von bis zu 30 cm. Die Rinde ist grau und weist Längsrisse auf. Junge Zweige sind grün und verfärben sich später bräunlich-schwarz mit gelben Lentizellen. Die Blätter sind gegenständig, zusammengesetzt, unpaarig gefiedert, eiförmig mit zugespitzten Enden, 20–30 cm lang und gestielt.

Die Blüten sind klein, stehen in endständigen Blütenständen und verströmen einen angenehmen Duft. Die äußeren Blüten sind sitzend. Die Blütenkrone ist radförmig, gelblich-weiß und besteht aus verwachsenen Blütenblättern. Die Frucht ist eine beerenartige Steinfrucht mit einem Durchmesser von 3–5 cm. Die Blütezeit ist von Ende Mai bis Anfang Juni. Die Früchte reifen in der zweiten Augustdekade und fallen erst im September/Oktober ab.

Wachstumsbedingungen

Holunder ist eine sonnenliebende Pflanze, die helle Standorte bevorzugt, aber auch im Schatten gedeiht. Er ist rauchresistent, trockenheitsresistent und hitzeliebend, verträgt jedoch keinen Frost unte r-25 °C. Für das Wachstum von Holundersträuchern sind lockere, fruchtbare und mäßig feuchte Böden mit einem leicht sauren oder neutralen pH-Wert ideal. Gekalkte oder salzhaltige Böden verträgt Holunder nicht.

Vermehrung und Pflanzung

Die Vermehrung erfolgt durch Samen, Stecklinge und Absenker. Die Samen werden im Herbst unter eine dicke Schicht Torf oder Sägemehl gesät. Die Sämlinge keimen im folgenden Frühjahr und werden ein Jahr später an ihren endgültigen Standort verpflanzt. Die Vermehrung durch Samen ist nur bei bestimmten Pflanzenarten effektiv. Holunderbeeren werden häufig durch Stecklinge vermehrt. Die Stecklinge werden zwischen Juni und August geschnitten. Das Pflanzmaterial muss mit Bewurzelungsförderern behandelt werden. Die Bewurzelung erfolgt in kleinen Gewächshäusern oder im Freiland unter Plastikfolie. Die Vermehrung durch Absenken ist die schnellste und einfachste Methode. Junge Triebe werden in Furchen gelegt und mit Erde bedeckt. Nach einem Jahr werden die bewurzelten Absenker von der Mutterpflanze getrennt.

Die Setzlinge werden entweder im Herbst (10. September bis 10. Oktober) oder im Frühjahr (15. April bis 15. Mai) gepflanzt. Die Pflanzlöcher werden 2–3 Wochen im Voraus vorbereitet; sie sollten etwa 40–50 cm Durchmesser und 40 cm Tiefe haben. Die ausgehobene Erde wird mit Flusssand, Torf, verrottetem Mist und Superphosphat vermischt. Ein Teil des Substrats wird in das Pflanzloch gegeben, der Setzling wird eingesetzt, der Wurzelhals leicht mit Erde bedeckt und vorsichtig mit der restlichen Erde abgedeckt. Nach dem Pflanzen wird ein kleiner, 5–7 cm hoher Hügel um das Pflanzloch geformt und gründlich angegossen.

Pflege

Die Pflege von Holunder ist nicht arbeitsintensiv und auch für Gartenneulinge geeignet. Die wichtigsten Aufgaben sind regelmäßiges Gießen, Jäten, Auflockern der Erde um den Stamm und Düngen mit mineralischen und organischen Düngemitteln. Holunder benötigt einen regelmäßigen Form- und Pflegeschnitt.

Während der Wachstumsphase sollte die Bewässerung mit einer Düngung mittels Ascheaufguss oder Flüssigmist kombiniert werden. Der erste Erziehungsschnitt erfolgt 3–5 Jahre nach der Pflanzung. Frostgeschädigte, abgebrochene und kranke Zweige werden vollständig entfernt, die verbleibenden Zweige um 80–100 cm gekürzt. Die Zweige erholen sich schnell und tragen jährlich reichlich Beeren.

Holunder wird häufig von Holunderwicklern, Holunderblattminierern und Holunderblattmilben befallen. Zur Schädlingsbekämpfung kann Fufanon gespritzt werden. Im Winter werden die Pflanzen mit Fichtenzweigen abgedeckt und die Stammumrandung mit Torf oder Laub gemulcht.

Schwarzer Holunder. Schnitt.

Holunder

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