Wasserschierling

Der Wasserschierling ist auch unter dem Namen Gefleckter Schierling bekannt. Sein wissenschaftlicher Name lautet Cicuta virosa L. Er gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae Lindl.).

Beschreibung des Wasserschierlings: Der Wasserschierling ist eine mehrjährige, krautige Pflanze mit einem glatten, verzweigten Stängel. Dieser kann bis zu anderthalb Meter hoch werden und ist oft violett oder purpurfarben. Das Rhizom ist stark verdickt und durch Querscheiden in Luftkammern unterteilt. Die Blätter können zwei- oder dreifach gefiedert sein und haben schmal-lanzettliche, scharf gesägte Lappen. Die Blüten des Wasserschierlings sind klein und weiß und stehen in komplexen, kugelförmigen Dolden mit zehn bis fünfundzwanzig Blütenblättern. Die Blätter können lanzettlich-linealisch oder linear sein. Die Frucht des Wasserschierlings ist eine runde Scheide, die sich bei Reife in zwei kleine Halbkapseln spaltet. Diese Pflanze blüht im Sommer. Sie ist weit verbreitet.

Der Wasserschierling wächst in Sümpfen, feuchten Wiesen und sumpfigen Ufern von Gewässern sowohl in der Polar- und Arktiszone als auch in Steppengebieten.

Beschreibung der medizinischen Eigenschaften des Wasserschierlings:

Das Kraut dieser Pflanze, also Blüten, Blätter und Stängel, wird häufig medizinisch verwendet. Es ist zu beachten, dass alle Teile des Wasserschierlings, insbesondere die jungen Triebe und das Rhizom, hochgiftig sind. Die Giftigkeit der Pflanze beruht auf ihrem hohen Gehalt an einer stickstofffreien Substanz namens Cicutotoxin. Diese Substanz findet sich im Frühjahr in besonders hohen Konzentrationen in den Rhizomen und Wurzeln.

Cicutotoxin ist ein krampflösendes Gift, das auf die Zentren des verlängerten Marks wirkt: Zunächst stimuliert es das Gehirn, dann dämpft es es. Der Wasserschierling enthält unter anderem auch Alkaloide, ätherisches Öl und Polyacetylenverbindungen. In den Blättern des Wasserschierlings wurden Kaempferol und das Flavonoid Quercetin gefunden.

Die Heilwirkung dieser Pflanze findet in der Volksmedizin weite Verbreitung. Gefleckter Schierling wird hauptsächlich äußerlich in Form von Aufgüssen und Salben angewendet, die besonders wirksam bei Rheuma, Geschwüren, chronischer Dermatitis und Ischias sind. In der Homöopathie hat sich die Pflanze bei Tetanuskrämpfen, Migräne und Schwindel sowie in der Epilepsiebehandlung bewährt.

Es ist jedoch zu beachten, dass auch Fälle schwerer, mitunter sogar tödlicher Vergiftungen durch diese Pflanze bei Menschen und Haustieren bekannt sind. Besonders gefährdet sind Kleinkinder. Eine Vergiftung äußert sich durch heftige Krämpfe, Schwindel, Benommenheit, Übelkeit und ein Brennen im Darm. Manchmal tritt auch eine Zungenlähmung auf. Brechmittel, Kaffee, Senfpflaster und Tannin werden als Gegenmittel empfohlen. Gerade wegen der extremen Giftigkeit dieser Pflanze raten Experten von ihrer medizinischen Anwendung ab; die Einnahme von Schierlingspräparaten ist besonders gefährlich. Schierling wird in Sibirien, der Taiga, zur Krebsbehandlung und Onkologie sowie als Heilpflanze auf Feldern und in Wäldern, bei der stillen Jagd und beim Pilzesammeln verwendet.

Schießling ist giftig.

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