Weißdorn

Der Weißdorn (lateinisch: Crataegus) ist eine Gattung laubabwerfender oder halbimmergrüner Sträucher oder kleiner Bäume aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Seinen Namen verdankt er seinem harten, festen Holz und seiner Fähigkeit, über Jahrhunderte Früchte zu tragen. Weißdorn wächst natürlich in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel, vorwiegend in Eurasien und Nordamerika. Man findet ihn in Gruppen oder einzeln gepflanzt an Waldrändern, Lichtungen, Geröllhängen oder in lichten Wäldern.

Kulturelle Merkmale

Der Weißdorn ist ein laubabwerfender oder halbimmergrüner, mehrstämmiger Strauch oder Baum, der 3–12 m hoch wird und eine dichte Krone besitzt, die rund, kugelförmig, eiförmig oder asymmetrisch sein kann. Die Rinde ist rissig oder unregelmäßig gerippt und grau oder braun. Bei manchen Arten bilden sich kleine, abblätternde Rindenplatten. Die Zweige sind aufrecht, hängend oder gebogen und recht robust.

Junge Triebe sind dicht behaart, filzig oder kahl und purpurrot. Die meisten Arten tragen Dornen, die umgewandelte Triebe sind. Die Dornen entwickeln sich gleichzeitig mit den Blättern an der Triebbasis aus Achselknospen. Sie sind in der Regel blattlos und erreichen eine Länge von 0, 5–10 cm.

Die Blätter sind ganzrandig, fiederteilig, gelappt oder eingeschnitten, gesägt oder gezähnt, kahl oder behaart, gestielt oder sitzend, eiförmig, verkehrt-eiförmig, rundlich, rautenförmig oder elliptisch. Sie sind spiralig angeordnet und an den Spitzen kurzer Triebe oft verdreht. Die Blätter an langen Trieben sind größer als die an kurzen. Die Nebenblätter fallen früh ab. Im Herbst verfärben sich die Blätter der meisten Arten orange, gold, braun und purpurfarben.

Die Blüten sind weiß oder rot und in komplexen Dolden und schirmrispenartigen Blütenständen angeordnet. Einige Arten tragen Einzelblüten. Die Kelchblätter sind filzig, dicht behaart oder kahl, fallen ab oder bleiben an der Frucht haften. Die Frucht ist ein kleiner Apfel mit einem Durchmesser von 0, 5–4 cm. Sie kann kugelförmig, birnenförmig oder länglich sein. Die Früchte enthalten ein bis fünf große, dreieckige Samen mit einer harten, steinigen Schale. Ein einzelner Baum kann bis zu 50 kg Früchte tragen.

Wachstumsbedingungen

Weißdorn stellt keine besonderen Ansprüche an Wachstumsbedingungen oder Standort. Er ist sonnenliebend, gedeiht aber auch im Halbschatten. Vollschatten wirkt sich hingegen negativ auf den Ertrag aus. Dank seines gut entwickelten Wurzelsystems wächst Weißdorn selbst an steilen Hängen. Optimale Bedingungen bieten gut durchlässige, mäßig feuchte, fruchtbare und schwere Böden. Weißdorn verträgt auch gekalkte Böden.

Vermehrung und Pflanzung

Weißdorn lässt sich durch Samen, Absenker und Wurzelausläufer vermehren, während Kulturarten durch Veredelung vermehrt werden. Die Vermehrung durch Samen ist recht arbeitsintensiv. Die Samen benötigen eine lange Stratifizierung (bis zu 7–8 Monate). Eine Aussaat im Winter ist möglich, wobei im ersten Jahr etwa 20–30 % und im Folgejahr weitere 50–60 % keimen. Die Keimrate kann durch Stratifizierung der Samen erhöht werden. Die Vermehrung durch Stecklinge ist ungünstig. Absenker und Wurzelausläufer sind die geeignetsten Methoden zur Vermehrung. Kultivierte Formen werden durch Veredelung mit Weißdorn (Crataegus laevigata) und Echter Weißdorn (Crataegus monogyna) als Unterlagen vermehrt. Die meisten Gärtner pflanzen drei-, vier- oder fünfjährige Sämlinge. Diese werden im zeitigen Frühjahr oder Herbst, jedoch einige Monate vor dem ersten anhaltenden Frost, gepflanzt. Vor dem Pflanzen werden die Wurzeln der Sämlinge in eine Tonerde-Suspension mit Kaliumpermanganat und etwas Kompost getaucht. Das Pflanzloch sollte etwa 60–70 cm tief und 50–60 cm breit sein. Beim Pflanzen darf der Wurzelhals nicht bedeckt werden. Die Erde um den Stamm wird fest angedrückt, großzügig gewässert und mit Torf gemulcht. Pflege: Die Pflege des Weißdorns umfasst regelmäßiges Gießen, Jäten, Düngen und einen fachgerechten Rückschnitt. Gründlich wässern und dabei die Wurzeln direkt bewässern. Junge Pflanzen benötigen erhöhte Luftfeuchtigkeit; die Erde um den Stamm herum sollte nicht austrocknen. Der Boden sollte mindestens 50 cm tief durchfeuchtet sein. Die Pflanze wird häufig von Schädlingen und Krankheiten befallen. Zu den gefährlichsten Schädlingen zählen der Weißdornwickler, der Goldschwanzfalter, die Apfelzikade, die Komma-Schmierlaus, die Apfelblattlaus und der Ringelspinner. Auch Echter Mehltau ist eine häufige Krankheit. Zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten können Kräuteraufgüsse und zugelassene Insektizide eingesetzt werden.

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