Kanistel

Kanistel Kanistel

Canistel (lat. Pouteria campechiana) ist ein Obstbaum aus der Familie der Sapotaceae.

Beschreibung

Kanistel ist ein aufrechter, immergrüner Baum mit einer Höhe von bis zu acht Metern. Unter besonders günstigen Bedingungen kann die Höhe dieser Pflanze bis zu dreißig Meter erreichen. Jeder Baum ist mit starker Rinde bedeckt, die klebrigen Latex enthält.

Die lanzettlichen, glänzenden Blätter dieser interessanten Kulturpflanze erreichen eine Breite von vier bis siebeneinhalb Zentimetern und eine Länge von 11, 25 bis 28 Zentimetern.

Canistela-Früchte können eine große Vielfalt an Größen und Formen haben. Sie können spindelförmig, oval, rund, einseitig abstehend, mit oder ohne gebogenem Schnabel sein. Die Breite der Frucht kann zwischen fünf und siebeneinhalb Zentimetern und die Länge zwischen siebeneinhalb und zwölfeinhalb Zentimetern variieren.

Unreife Früchte sind meist innen klebrig, ziemlich hart und grün gefärbt. Mit zunehmender Reife verfärben sie sich blass orange-gelb oder zitronengelb. Und in jeder Frucht findet man mehliges und ziemlich kräftiges gelbliches Fruchtfleisch, das ein bis vier ziemlich große Samen enthält. Die Konsistenz des Fruchtfleisches dieser Früchte ähnelt der von Pastete: Es ist nicht nur klebrig, sondern auch recht locker. Was den Geschmack angeht, hat die Kanistel einen sehr süßen Geschmack — dies ist auf das Vorhandensein einer relativ großen Menge Zucker in den Früchten zurückzuführen. Das Fruchtfleisch ist immer sehr kalorienreich und unglaublich sättigend. Und geschnittene Früchte haben einen ganz eigenartigen Geruch — sie riechen nach Wittling oder frittierten Pasteten.

Wo wächst es

Als Heimat der Canistela gelten El Salvador, Belize sowie Guatemala und Südmexiko. Neben diesen Ländern wird es auch in Nicaragua, Panama, Costa Rica, Puerto Rico, Südflorida sowie auf den entfernten Bahamas und Jamaika angebaut. Darüber hinaus wird Canistela nach und nach in die Kultur auf den Hawaii-Inseln und den Philippinen sowie in Venezuela und Kolumbien eingeführt.

Anwendung

Das Fruchtfleisch von Canistela wird aktiv zur Herstellung exquisiter Marmelade, hervorragender Konfitüren und delikater Vanillepuddings verwendet. Darüber hinaus kann es gepfeffert, gesalzen und mit Zitronensaft, Limette oder Mayonnaise aromatisiert werden. Kurz gesagt, der Anwendungsbereich von Canistela in der Küche und in der Süßwarenindustrie ist unglaublich groß. Im Südosten der USA sowie in Mexiko und den Ländern Mittelamerikas werden auf seiner Basis verschiedenste Gerichte zubereitet: von Eis über luftige Cremes für Kuchen und Gebäck bis hin zu Beilagen zu Fisch oder Fleisch.

Canistela-Früchte verfügen über eine große Menge an Carotin und Nikotinsäure, die sich äußerst positiv auf das Nervensystem auswirken und antiallergische sowie ausgeprägte hypolipidämische Wirkungen haben. Und aufgrund des Vorhandenseins einer ziemlich beeindruckenden Menge an empfindlichen Ballaststoffen in den Früchten ist diese Frucht sehr nützlich bei verschiedenen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und bei Verstopfung.

Darüber hinaus nutzen die Anwohner die gemahlenen Samen dieser Pflanze zur Heilung von Magengeschwüren. In Mexiko wird ein Sud aus Canistela-Rinde als fiebersenkendes sowie blutstillendes und starkes entzündungshemmendes Mittel eingenommen, und in Kuba wird ein solcher Sud zur Behandlung einer Vielzahl von Hauterkrankungen entzündlicher Natur eingesetzt.

Kanistel hat auch in anderen Wirtschaftsbereichen Anwendung gefunden. Sein unglaublich hartes Holz, das sich durch seine feinkörnige Struktur auszeichnet, wird für Möbel und den Bau verwendet. Und auch der Kern dieses Baumes ist äußerst dekorativ.

Der einzige Nachteil dieser köstlichen Früchte ist vielleicht ihre sehr kurze Haltbarkeit. Bereits drei bis zehn Tage nach der Ernte wird der Kanistel merklich weicher und beginnt recht aktiv zu verderben.

Wachsend

Kanistel ist eine sehr wärmeliebende Kulturpflanze und kann daher ausschließlich in subtropischen und tropischen Klimazonen überleben. In Guatemala findet man sie auf einer Höhe von etwa 1400 Metern über dem Meeresspiegel, aber unter diesen Bedingungen trägt sie entweder gar keine oder nur sehr schlechte Früchte.

Allerdings ist Canistel hinsichtlich Bodenfruchtbarkeit und Feuchtigkeit absolut anspruchslos. Und vor nicht allzu langer Zeit konnte ein sehr interessantes Muster festgestellt werden: Je ärmer der Boden, desto höher der Canistel-Ertrag.

Ungewöhnliche Frucht aus Hainan, Sanya. Kanistel oder Eierfrucht.

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