Tanne

Die Tanne (lateinisch: Abies) ist ein Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). In freier Natur wächst sie in den Gebirgsregionen der subtropischen und gemäßigten Zonen Ost- und Mitteleuropas, Sibiriens, des Fernen Ostens, Nordamerikas, Nordafrikas sowie in Korea, China, im Himalaya und in Japan.

Derzeit sind etwa 40 Tannenarten bekannt, von denen jedoch nicht alle in der Landschaftsgestaltung verwendet werden, da einige Exemplare eine Höhe von 60 Metern erreichen.

Kulturelle Merkmale

Die Tanne ist ein robuster, immergrüner Baum mit einer schönen, kegelförmigen Krone, die am Stammfuß beginnt. Sie zählt zu den edelsten Pflanzen der Kieferngewächse und wird für die Schönheit ihrer Nadeln und deren symmetrische, pyramidenförmige Gestalt geschätzt. Die Nadeln sind stark duftend, dunkelgrün und weisen auf der Unterseite zwei weißliche Streifen auf. Einige Arten haben blaugrüne oder graugrüne Nadeln.

Die Blüten sind einhäusig und unscheinbar. Die männlichen Blüten sind Kätzchen, die aus zahlreichen Zapfen bestehen, von denen jeder zwei Pollensäcke trägt. Die weiblichen Blüten sind aufrechte Zapfen mit schmalen, langen Schuppen an der Zapfenachse. Die Zapfen der Tanne entwickeln sich über mehrere Jahrzehnte und verbleiben an der Baumspitze. Sie fallen nicht vollständig ab, sondern erst nach und nach, nachdem die Schuppen ausgereift sind. Die Pflanze besitzt ein relativ kräftiges Pfahlwurzelsystem.

Wachstumsbedingungen

Die Tanne ist schattentolerant, entwickelt sich aber am besten und bildet ihre typische Kronenform an hellen Standorten aus. Junge Pflanzen benötigen Schatten. Die Tanne ist ein feuchtigkeitsliebender Baum und bevorzugt kühle Standorte, obwohl einige Arten höhere Temperaturen vertragen. Die Pflanze reagiert empfindlich auf Luftverschmutzung und benötigt spezifische Bodenbedingungen. Tannen gedeihen am besten in mäßig feuchten, fruchtbaren, lockeren und gut durchlässigen Böden mit neutralem pH-Wert. Staunässe, salzhaltige oder saure Böden verträgt die Pflanze nicht.

Vermehrung, Pflanzung und Umpflanzung

Tannen werden durch Samen, Stecklinge, Absenker und Veredelung vermehrt. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr oder Herbst unter Glas oder Erde. Tannensamen müssen vor der Vermehrung stratifiziert werden. Die Pflanzen wachsen in den ersten 5–10 Jahren sehr langsam, ihre Wachstumsrate nimmt danach aber deutlich zu. Nur frisch geerntete Samen sollten zur Aussaat verwendet werden. Da die Vermehrung durch Samen die Eigenschaften der Mutterpflanze nicht ausreichend erhält, werden Tannen meist durch Stecklinge vermehrt.

Stecklinge werden im Frühjahr vor dem Austrieb ausschließlich von jungen Pflanzen geschnitten. Sie werden ins Freiland gepflanzt, bis sie Wurzeln schlagen. Die optimale Temperatur für die Bewurzelung liegt bei 20–23 °C. Bewurzelte Stecklinge werden an ihren endgültigen Standort verpflanzt, wobei der Abstand zwischen den Pflanzen 2, 5 bis 5 Meter beträgt. Absenker werden selten angewendet, da diese Methode keine schöne, kegelförmige Wuchsform garantiert; in den meisten Fällen wachsen Tannen kriechend und schief.

Tannen werden im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb oder im Herbst umgepflanzt. Wichtig: Das Eingraben des Wurzelhalses wird nicht empfohlen. Junge Tannen vertragen das Umpflanzen gut, ältere Exemplare reagieren jedoch negativ darauf. Nach dem Umpflanzen benötigen Tannen reichlich Wasser und regelmäßiges Besprühen.

Pflege: Die Pflege von Tannen entspricht der Pflege anderer Ziersträucher un d-bäume. Die Pflanze benötigt 2-3 Mal pro Saison Wasser (mit 15-20 Litern pro Pflanze). Bei Trockenheit sollte sie besprüht werden. Die Stämme junger Tannen sollten regelmäßig aufgelockert und vorzugsweise mit Sägemehl, Torf oder Holzschnitzeln 5-10 cm dick gemulcht werden.

Im Frühjahr sollte ein Pflegeschnitt durchgeführt werden, bei dem abgestorbene und beschädigte Äste entfernt werden. Ein Formschnitt ist nicht notwendig. Die Düngung mit mineralischen und organischen Komplexdüngern wird nur für junge Bäume empfohlen. Einige Tannenarten sind nicht frosthart und benötigen im Winter einen Schutz, beispielsweise mit Fichtenzweigen oder Lutrasil.

Anwendung

Die Tanne ist eine äußerst dekorative Pflanze, die sich auch in kleinen Gärten harmonisch in die Landschaftsgestaltung einfügt. Tannen werden häufig in Gruppen, als Solitärpflanzen oder in Alleen gepflanzt. Sie eignen sich auch für die Bepflanzung von Teichen. Einige Sorten werden für ungeschnittene Hecken verwendet. Zwergtannen sehen in Steingärten, wie z. B. Steingärten und Alpingärten, besonders gut aus.

Sie harmoniert gut mit anderen niedrig wachsenden Nadelgehölzen, Stauden und Bodendeckern. Auch mit Ahorn, Birken, Fichten, Kiefern und Lärchen passt die Tanne gut. Tannennadeln eignen sich nicht als Mulch oder Winterschutz, da sie sehr dicht sind und den Wurzeln nicht genügend Sonnenlicht zuführen.

57138; Tanne — Pflanzung und Pflege: Tanne im Winter und Herbst; Tannenarten un d-sorten

Tanne

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