Eucalyptus radiata

Eucalyptus radiata gehört zur Gattung der immergrünen Eukalyptusbäume und zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae).
Eucalyptus radiata war die erste Pflanze, deren Blätter kommerziell genutzt wurden. Eukalyptusöl wurde erstmals aus ihren Blättern gewonnen. Darüber hinaus sind sechs Chemotypen (Öle mit unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung) des ätherischen Öls von Eucalyptus radiata bekannt.
Was steckt hinter dem Namen?
Der erste Teil des Pflanzennamens, „Eucalyptus“, stammt von der Gattung, in die Botaniker den immergrünen Baum eingeordnet haben.
Der Artname „radiata“ (was „strahlend“ bedeutet) bezieht sich auf die schmal-lanzettlichen, zugespitzten, glänzenden Blätter, die in grünen Strahlen von den Zweigen des Baumes ausgehen.
Der Baum hat viele gebräuchliche Namen. Beispielsweise wird Eucalyptus radiata in einem forstwirtschaftlichen Baumführer für Förster im australischen Bundesstaat Victoria, dem Heimatgebiet der Pflanze, als „River White Gum“ (Fluss-Weißgummibaum) bezeichnet. Eine gebräuchliche Bezeichnung ist „Schmalblättriger Pfefferminzbaum“.
Beschreibung: Eucalyptus radiata ist ein Baum, der typischerweise eine Höhe von bis zu 30 Metern erreicht. Unter besonders günstigen Bedingungen kann er jedoch bis zu 50 Meter hoch werden.
Der aufrechte Stamm und die großen Äste sind von einer permanenten Rinde bedeckt. Die graue bis graubraune Rinde wird mit zunehmendem Alter des Baumes faserig und kann in langen Streifen vom Stamm abrutschen. Junge Äste sind unbehaart und grün.
Die ausladende Krone wird von Ästen mit schmalen, lanzettlichen oder sichelförmigen Blättern gebildet, die im ausgewachsenen Zustand 15 Zentimeter lang und bis zu 1, 5 Zentimeter breit werden. Die Blätter sind gestielt, mit zugespitzten Enden und einer seidenmatten oder glänzenden Oberfläche.
Aus den Blattachseln entspringen kurze Blütenstiele mit weißen Staubblättern, die von einer Kelchkappe geschützt sind.
Die Blütenstände entwickeln sich zu birnenförmigen oder halbkugelförmigen Kapselfrüchten. Der Hauptwert von Eucalyptus radiata liegt in seinen Blättern, die reich an ätherischem Öl sind, welches viele positive Eigenschaften besitzt.

Das ätherische Öl von Eucalyptus radiata weist sechs verschiedene chemische Zusammensetzungen auf, sogenannte Chemotypen. Dies bedeutet nicht, dass das natürliche Öl des Baumes mit anderen Ölen verdünnt oder künstlich hinzugefügt wird. Diese Vielfalt ist ein Produkt der Natur und des Eukalyptusbaums selbst. Die chemische Zusammensetzung des ätherischen Öls hängt vom Standort des Baumes ab, also von den Bodenbedingungen, die die Pflanze nähren. Sogar der Erntezeitpunkt beeinflusst die chemische Zusammensetzung des Öls.
Der erste Hersteller von Eucalyptus-radiata-Öl war Joseph Bosisto, ein australischer Politiker und studierter Chemiker, der Mitte des 19. Jahrhunderts die bemerkenswerten antiseptischen Eigenschaften von Eukalyptus entdeckte.
Seitdem zeichnet sich das ätherische Öl von Eucalyptus radiata, unabhängig von seiner chemischen Zusammensetzung, durch ein frisches, klares, blumig-zitrusartiges Aroma sowie einen milderen Duft im Vergleich zu Eucalyptus-globulus-Öl aus. Diese beiden Öle werden häufig kombiniert und Inhalatoren beigemischt, um Asthmatikern die Atmung zu erleichtern.
Eukalyptusöl (Eucalyptus radiata) eignet sich ideal für Massagen, da es die Körperzellen stimuliert und regeneriert. Seine antiseptischen Eigenschaften fördern zudem eine schnellere und effektivere Heilung von Hautwunden.
Verwendung
Neben den Blättern des Eukalyptusbaums (Eucalyptus radiata) wird auch sein Holz verwendet. Obwohl es nicht besonders haltbar ist, wird es aufgrund seiner Weichheit, seiner hellen Farbe sowie seiner Widerstandsfähigkeit gegen Verformung und Rissbildung zur Herstellung von Baumaterialien, Möbeln und anderen Haushaltsgegenständen und Werkzeugen genutzt.
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