Blutgeranie

Die Blutgeranie (Geranium sanguineum L.) gehört zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae).
Beschreibung der Blutgeranie: Die Blutgeranie ist eine mehrjährige, krautige Pflanze mit einem knorrigen Rhizom und gegabelten Stängeln. Die Stängel sind mit relativ langen, herabhängenden Haaren bedeckt. Im Herbst färben sich die Stängelbasen und die unteren Blätter rot. Die Blätter sitzen an relativ langen Blattstielen und sind entweder rundlich oder nierenförmig und können auch tief handförmig geteilt sein. Die Blattspreite der Blutgeranie hat fünf bis sieben Lappen, die wiederum in drei bis fünf längliche oder lineare Lappen unterteilt sind. Diese Lappen sind auf der Unterseite mit langen, weißen Haaren bedeckt. Die Blütenstiele sind ebenfalls recht lang und meist einfachblütig. Die Blütenblätter dieser Pflanze sind purpurrot, doppelt so lang wie die Kelchblätter und etwa 15 bis 20 Millimeter lang. Die Blutgeranie blüht im Sommer. In freier Natur findet man sie im Kaukasus sowie im europäischen Teil Russlands, wo sie vor allem in den westlichen Regionen verbreitet ist. Die Pflanze bevorzugt Sträucher, trockene Hänge und Waldränder.
Beschreibung der medizinischen Eigenschaften der Blutgeranie:
Für medizinische Zwecke werden Blüten, Wurzeln und das Kraut dieser Pflanze empfohlen. Das Kraut umfasst Blüten, Blätter und Stängel. Die Kräuter und Blüten der Blutgeranie sollten etwa von Juni bis August, die Wurzeln hingegen von September bis Oktober geerntet werden.
Die gesamte Pflanze enthält eine beträchtliche Menge an Tanninen sowie Vitamin C, harzige, bittere und schleimige Substanzen und weitere Inhaltsstoffe. Präparate auf Basis dieser Pflanze besitzen schmerzlindernde, adstringierende, antiseptische, entzündungshemmende und blutstillende Eigenschaften. Darüber hinaus können sie Salzablagerungen bei Gicht und Nierensteinen auflösen.
Ein Aufguss aus dem Kraut dieser Pflanze sollte bei Durchfall bei Kindern und Erwachsenen sowie bei Rheuma, Gicht und Nierensteinen angewendet werden. Dieses Mittel ist auch wirksam bei Lungen-, Gebärmutter- und Nasenblutungen, bei Entzündungen der Mundschleimhaut und sogar bei verschiedenen Hauterkrankungen.
In der Volksmedizin wird ein Aufguss aus den Rhizomen der Blutgeranie bei inneren Blutungen, zum Waschen eiternder Wunden und zum Gurgeln bei Zahnfleischbluten verwendet. Er wirkt außerdem schmerzlindernd bei Halsschmerzen und entzündungshemmend.
Bemerkenswert ist, dass die Rhizome dieser Pflanze entzündungshemmende und adstringierende Eigenschaften besitzen und zur Behandlung von Tuberkulose, Bronchitis, Magen-Darm-Erkrankungen und Ruhr eingesetzt werden. Ein Aufguss aus Blutgeranie eignet sich gut für Waschungen und Umschläge bei Abszessen, Geschwüren, Hauterkrankungen und eiternden Schnittwunden. Ein Sud aus blutroter Geranie wird bei Knochenbrüchen, als Gurgelmittel bei Halsschmerzen und sogar als Haarspülung gegen Haarausfall verwendet.
Blutrote Geranie (Geranium sanguineum)






