Borretsch

Borretsch (lateinisch: Borago) ist eine einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Sie ist allgemein als Borretsch oder Gurkengras bekannt.
Beschreibung
Borretsch ist eine rauhaarige, einjährige Pflanze, die 60 Zentimeter bis einen Meter lang werden kann. Borretsch hat Pfahlwurzeln und seine hohlen, gerippten und dicken, nach oben verzweigten Stängel können entweder aufrecht oder gerade wachsen.
Die unteren Stängel- und Grundblätter sind oval oder elliptisch. Zur Basis hin verjüngen sie sich allmählich in kurze Blattstiele, deren Spitzen eher stumpf sind. Die Stängelblätter sind typischerweise länglich-eiförmig. Sie sind alle stängelumfassend und sitzend und, wie die Stängel selbst, dicht mit weißlichen und eher steifen Haaren bedeckt.
Die Borretschblüten sitzen auf langen Stielen und bilden kunstvolle Quirlen. Ihre dicht behaarten Kelchblätter sind fast bis zum Grund in mehrere lineal-lanzettliche Lappen geteilt. Jede Blüte besitzt fünf Staubblätter. Die Blütenkrone ist länger als die Kelchblätter, mit kurzen Röhren versehen und weißlich oder dunkelblau gefärbt. Von Juni bis August kann man diese Pflanze in voller Blüte bewundern.
Die Früchte des Borretschs sind feinwarzig, länglich-eiförmig und reifen von Juli bis September.
Vorkommen
Borretsch ist in Südwest-Europa und Syrien heimisch. In freier Natur findet man ihn in mehreren Ländern Südamerikas, Nordafrikas und Südeuropas. Auch in Kleinasien ist Borretsch verbreitet. Dieses nützliche Kraut wächst oft als Unkraut, wird aber in Ländern mit etablierter Imkerei (Frankreich, England usw.) auch als Honigpflanze angebaut.
Verwendung
Borretsch wird zur Zubereitung von Okroschka und Salaten verwendet und ist eine köstliche Beilage zu Fisch- und Fleischgerichten. Darüber hinaus ist er eine hervorragende Pollen- und Honigpflanze — sein Honig ist besonders mild und schmackhaft. Borretschblätter werden frisch verzehrt, die Blüten können kandiert oder frisch gegessen werden.
Die Anpflanzung von Borretsch neben Kartoffeln hilft, den Befall mit dem Kartoffelkäfer zu reduzieren und so bis zu 95 % der Ernte zu erhalten. Die oberirdischen Teile des Borretschs werden mitunter zum Färben von Wollstoffen verwendet, wodurch ein sattes Blau entsteht.
Borretsch gilt als hervorragendes Abführmittel und Diuretikum. Die Blätter dieser Pflanze (sowohl frisch als auch getrocknet) sind ein ausgezeichnetes Heilmittel bei Hauterkrankungen, Gicht und Rheuma. Sie wirken zudem reizlindernd, schweißtreibend und beruhigend. Vitaminreiche Salate mit Borretsch beugen Entzündungen in Darm und Nieren vor und wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus.
Die in Borretsch enthaltenen Mineralstoffe stärken das Herz-Kreislauf-System und wirken sich positiv auf die Blutzusammensetzung aus. Kalium und Kalzium, die in den Blättern dieser Pflanze vorkommen, sind wichtig für ein gesundes Nervensystem.
Borretsch findet auch in der Kosmetik Verwendung und wird zur Herstellung hervorragender Hautpflegeprodukte für empfindliche und problematische Haut eingesetzt.
Anbau
Borretsch gedeiht am besten an sonnigen Standorten auf leichten, kalkhaltigen und sandigen Böden und kann mehrmals im Jahr ausgesät werden. Typischerweise wird diese wertvolle Pflanze im Herbst und Frühjahr gepflanzt. Auch eine Aussaat im Winter ist erfolgreich.
Beim Pflanzen werden Borretschsamen etwa drei bis vier Zentimeter tief in die Erde gelegt, der Reihenabstand sollte mindestens sechzig Zentimeter betragen. Borretsch benötigt keine besondere Pflege: Regelmäßiges Jäten, Düngen und Vereinzeln genügen. In Trockenperioden kann Borretsch mit reichlich Wasser versorgt werden, etwa zehn bis fünfzehn Eimer Wasser pro 100 Quadratmeter.
Borretsch. Borretsch. Medizin unter den Füßen!
Borretsch.



