Hevea brasiliensis

Hevea brasiliensis (lat. Hevea brasiliensis) ist ein tropischer immergrüner Baum, durch dessen Latexgefäße langsam Milchsaft fließt, der die Hauptquelle für Naturkautschuk darstellt.
Hätte der Allmächtige Hevea brasiliensis nicht auf der Erde gepflanzt, würden wir heute nicht komfortable Autos fahren, deren Reifen auf dem Asphalt rascheln oder einen Staubsturm auf der Landstraße zur Datscha hinterlassen. Zwar haben Wissenschaftler heute eine Methode zur künstlichen Herstellung von Kautschuk erfunden, doch Hevea brasiliensis ist weiterhin der Hauptlieferant von Naturkautschuk.
Geschichte
Einer der Namen von Hevea brasiliensis ist „Gummibaum Para“. Das Wort „Para“ ist eine Hommage an den nördlichen Bundesstaat Brasiliens, der mit dem Namen Para flächenmäßig an zweiter Stelle des Landes steht. Aus der indischen Sprache übersetzt bedeutet es „Fluss“. Das ist sehr symbolisch, denn der Para-Kautschukbaum, durch dessen Gefäße ein Fluss aus milchigem Latex fließt, wuchs zunächst nur in tropischen Wäldern entlang der Ufer von Flüssen wie dem Amazonas und seinen Nebenflüssen, darunter auch dem Para-Fluss.
Nachdem ein denkender Mensch den Vulkanisationsprozess erfunden hatte, begann unter Geschäftsleuten ein „Gummifieber“, das die besonders Unternehmungslustigen bereicherte und es dem Bundesstaat Para ermöglichte, seine ruhende Wirtschaft wiederzubeleben. Dieses Privileg des brasilianischen Staates gefiel vielen Geschäftsleuten aus anderen Ländern nicht, und so wurden Hevea-Samen außer Landes geschmuggelt und die Pflanze verbreitete sich schnell in den britischen Kolonien Südost- und Südasiens sowie in den Tropen Westafrikas.
Auch das Wort „Gummi“ ist der Sprache der amerikanischen Indianer entlehnt. Sie nannten den milchigen Saft, der aus dem verletzten Stamm tropfte, „kao-chu“, was „Tränen des Baumes“ bedeutete. Aus diesen „Tränen“ machten die Jungen einen weichen Ball und stärkten ihre Beine, indem sie damit spielten.
Beschreibung
In freier Wildbahn streckt die immergrüne Hevea brasiliensis ihre Krone bis zu einer Höhe von 30 Metern in den Himmel. Der Durchmesser eines geraden Stammes mit heller Rinde kann einen halben Meter erreichen.
Den ledrigen dreiblättrigen Blättern mangelt es nicht an dekorativer Wirkung, die dem ovalen Blatt durch klar definierte Adern verliehen wird. Die Blattspitze ist spitz.
Lose Blütenstandsbüschel werden von weiß-gelben kleinen eingeschlechtigen Blüten gebildet. Männliche und weibliche Blüten befinden sich am selben Baum, das heißt, Hevea brasiliensis ist eine einhäusige Pflanze.
Hevea-Samen werden zuverlässig durch eine dichte Schale und eine Frucht geschützt — eine Kapsel, die in ihren drei Fächern drei Samen verbirgt.
Produktionsdauer von Hevea brasiliensis
Obwohl Botaniker die Rolle des Latex in der Pflanze — abgesehen von seiner Schutzfunktion gegen Schädlinge — noch nicht vollständig verstehen, erfüllt er offensichtlich weitere Funktionen. Daher altern von Menschen gefällte Bäume, die den Latex für den Eigenbedarf gewinnen, schneller als Wildbäume. Mit 25 bis 30 Jahren werden sie unwirtschaftlich, da sie immer weniger Latex produzieren und daher gefällt werden. Früher wurde ihr Holz einfach als Brennholz verbrannt, später wurden daraus Möbel hergestellt. Das Holz des Hevea brasiliensis ist jedoch sehr dicht und schwer zu verleimen.
Die Latexgewinnung wird als „Anzapfen“ bezeichnet. Dabei wird ein spiralförmiger Schnitt in die Baumrinde gemacht, um die Latexgefäße freizulegen. Mit der richtigen Technik und fundierten Kenntnissen über die Baumstruktur kann man so bis zu fünf Jahre lang Latex gewinnen. Um zu verhindern, dass der Latex in der heißen Tropensonne aushärtet, wird nachts geerntet oder dem Auffangbecher Ammoniak zugesetzt, wodurch der Latex länger flüssig bleibt. In Malaysia werden jetzt spezielle Plastiktüten anstelle von Bechern verwendet.
Gummibaum. Kautschukgewinnung (Hevea brasiliensis)


