Glockenblume

Die Glockenblume (lateinisch: Adenophora) ist eine große Gattung krautiger Pflanzen aus der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae). In freier Natur wachsen Arten dieser Gattung in Europa und Asien.

Typische Standorte sind Gebüsche, Wiesen und Uferzonen. Die meisten Arten werden in der traditionellen Medizin verwendet. Die Gattung umfasst 70 Arten.

Kulturelle Merkmale

Glockenblumen sind mehrjährige krautige Pflanzen mit großen, verdickten, oft stark verzweigten Wurzeln und aufrechten Stängeln. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von maximal 150 cm. Die Blätter sind wechselständig, quirlständig, groß, gestielt und bilden eine üppige Rosette. Nach der Blüte ziehen sich die meisten Arten zurück.

Die Blüten sind klein, hellblau, blau, purpurrot, lila oder violett und stehen in Büscheln. Es gibt auch Arten, deren Blüten in rispenartigen Blütenständen angeordnet sind. Der Kelch der Glockenblumen ist stets fünfteilig, die Blütenkrone je nach Art glocken- oder trichterförmig. Die Früchte sind dreiklappige Kapseln mit abgeflachten, eiförmigen Samen. Die Blütezeit der meisten Arten liegt in der ersten oder zweiten Julidekade.

Häufige Arten

Eine der häufigsten Arten ist die Lilienblättrige Glockenblume (Adenophora liliifolia). Sie zeichnet sich durch einen fleischigen, aufrechten Stängel von maximal 100 cm Länge aus, der von einer üppigen, grünen Blattrosette gekrönt wird. Diese Rosette stirbt kurz vor der Blüte ab. Die Blüten sind blau oder blaublau, hängend und bis zu 1, 5 cm im Durchmesser. Diese Art blüht von der dritten Junidekade bis zur ersten Julidekade.

Die Quirlblättrige Glockenblume (Adenophora verticillata) ist eine ebenso häufige Art. Sie hat aufrechte Stängel von bis zu 120 cm Länge. Wie der Name schon sagt, ist das Laub quirlständig angeordnet. Die Blüten sind klein, bis zu 1, 3 cm im Durchmesser, und blau. Die quirlständige Glockenblume blüht von Ende Juli bis Anfang August. Die Golubinzeva-Glockenblume (Adenophora golubinzevaeana) ist in Privatgärten selten anzutreffen, wird aber von sibirischen Heilern in der Volksmedizin häufig verwendet. Sie hat einen aufrechten Stängel und purpurfarbene Blüten, die in lockeren Trauben angeordnet sind. Diese Art kommt übrigens in freier Natur nur in Sibirien vor.

Die Dreispitzige Glockenblume (Adenophora tricuspidata) ist eine Art, die Gärtner und Floristen gleichermaßen interessiert. Sie bildet üppige Sträucher mit bis zu 2 cm großen, blauen Blüten. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 50 bis 100 cm und blüht in der ersten oder zweiten Julidekade.

Verwendung in der Volksmedizin

Wurzeln, Blüten und Blätter der Glockenblume finden in der Volksmedizin Verwendung. So werden beispielsweise Glockenblumenwurzeln zur Behandlung von Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege empfohlen, während Blätter und Blüten bei Erkrankungen des Nervensystems, Lähmungen und neurologischen Syndromen mit Muskelschwäche aufgrund von Schädigungen peripherer Nerven eingesetzt werden.

Glockenblumenwurzeln enthalten zudem Polysaccharide und Saponine, die für ihre heilenden und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt sind. Daher werden Wurzelaufgüsse zur Behandlung von Magengeschwüren, zur Stärkung des Immunsystems und zur Vorbeugung akuter Infektionskrankheiten empfohlen. Es ist wichtig zu beachten, dass Tinkturen und Abkochungen aus Wurzeln, Blättern und Blüten der Glockenblume kontraindiziert sind; konsultieren Sie vor der Einnahme einen Arzt. Medikamente auf Glockenblumenbasis sind während der Schwangerschaft, Stillzeit und für Kinder definitiv kontraindiziert.

Ivan Bubenchik beschrieb, wie er auf dem Euromaidan einen Berkut mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr tötete.

Bubenchik Glockenblume

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