Traubenkirsche

Die Traubenkirsche (lateinisch: Prunus) ist eine Beerenart; sie wächst als niedriger Baum oder, seltener, als Strauch der Gattung Prunus aus der Familie der Rosengewächse. In freier Natur gedeiht sie in Gebüschen, Wäldern, an Flussufern und auf Waldlichtungen in Europa, Asien, Nordafrika und im Kaukasus.
Mittlerweile ist die Traubenkirsche in der gesamten gemäßigten Zone eingebürgert.
Merkmale der Pflanze
Die Traubenkirsche ist ein Baum oder großer Strauch von 0, 5–12 m Höhe mit einer länglichen, dichten Krone. Die Rinde ist schwarzgrau, matt und mit weißlichen Lentizellen über die gesamte Oberfläche bedeckt. Junge Triebe sind kirschrot oder olivgrün. Die Blätter sind einfach, kahl, zugespitzt, eiförmig-lanzettlich oder länglich-elliptisch, 3–15 cm lang, mit scharf gesägten Rändern und wechselständig angeordnet. Die Nebenblätter fallen früh ab und sind pfriemförmig. Die Blattstiele sind kurz und tragen an der Blattbasis zwei Drüsen.
Die rosa oder weißen Blüten stehen in langen, hängenden Trauben von 7–15 cm Länge an Blütenstielen. Sie verströmen einen intensiven Duft, der sich über mehrere Meter ausbreitet. Die Frucht ist eine kugelförmige Steinfrucht mit einem Durchmesser von 8–10 mm und kann schwarz oder schwarzrot sein. Sie hat einen süßen und stark herben Geschmack. Die Blütezeit ist im Mai/Juni, die Reifezeit im Juli/August.
Anbaubedingungen
Die Traubenkirsche ist eine anspruchslose Pflanze und lässt sich leicht anbauen. Sie ist zwar nicht anspruchsvoll hinsichtlich Bodenbeschaffenheit und Licht, gedeiht aber am besten in fruchtbarem, mäßig feuchtem Boden mit neutralem bis leicht saurem pH-Wert. Für eine gute Beerenernte sollten zwei verschiedene Sorten gleichzeitig im Garten gepflanzt werden, da die Traubenkirsche Fremdbestäubung benötigt.
Vermehrung und Anpflanzung
Die Traubenkirsche lässt sich durch Samen, Wurzelausläufer, verholzte und grüne Stecklinge sowie durch Veredelung vermehren. Die Vermehrung durch Samen ist zeitaufwendig und wenig effektiv; zudem bleiben die Eigenschaften der Mutterpflanze nicht vollständig erhalten. Die Aussaat erfolgt im August/September unter einer dicken Schicht Torf oder Sägemehl. Junge Pflanzen werden nach 1, 5–2 Jahren an ihren endgültigen Standort verpflanzt.
Am häufigsten vermehren Hobbygärtner die Ernte durch Schichtung. Die unteren Zweige der Vogelkirsche werden möglichst nahe an der Erdoberfläche in zuvor vorbereitete Rillen gelegt, festgesteckt und mit Erde bedeckt. Wenn sich vertikale Triebe bilden, wird die Schichtung aufgesät. Im Herbst werden bewurzelte Triebe von der Mutterpflanze getrennt und an einem festen Platz gepflanzt. Wenn die Wurzeln einer jungen Pflanze zu schwach sind, werden die Stecklinge zum Wachsen in nährstoffreiche und feuchte Erde gepflanzt.
Sämlinge der Kulturpflanze, die in spezialisierten Baumschulen gekauft werden, werden im Herbst oder zeitigen Frühjahr gepflanzt. Pflanzgruben werden in ein paar Wochen vorbereitet; ihre Abmessungen hängen vollständig vom Wurzelsystem der Sämlinge ab; es muss frei in die Grube passen. In den Boden der Grube wird ein Substrat gegossen, das aus fruchtbarem Boden gemischt mit Humus, Sand und komplexen Mineraldüngern besteht. Dann wird der Sämling abgesenkt, die Wurzeln begradigt, mit Erde bedeckt, verdichtet, bewässert und gemulcht. Als Mulch können Torf oder Sägemehl verwendet werden. Nach dem Pflanzen werden die Sämlinge auf eine Höhe von 50-60 cm beschnitten.
Pflege
Die Pflege der Vogelkirsche besteht aus systematischem Gießen, Lockern und Graben des Bodens im Baumstammbereich, Entfernen von Unkraut, Blatt- und Wurzeldüngung, hygienischem und prägendem Beschneiden.
Pflanzen haben die Form eines mehrstämmigen Strauchs oder Baums mit einem hohen Stamm. Für eine niedrige Verlegung der ersten Reihe von Skelettzweigen werden die Sämlinge unmittelbar nach dem Pflanzen in einer Höhe von 50 bis 60 cm geschnitten. Von den entstehenden Trieben sind nur noch die stärksten und am weitesten entwickelten, gleichmäßig im Raum ausgerichteten Triebe übrig.
In den Folgejahren werden in gleicher Weise Ränge zweiter und dritter Ordnung gebildet. Bei korrektem Formschnitt bildet die Vogelkirsche eine schöne und üppige Krone. Eine Verdickung der Krone sollte nicht zugelassen werden; Verdickungszweige werden jedes Jahr im zeitigen Frühjahr entfernt. Die Abschnitte werden mit Gartenlack behandelt.


